fahrstunden - Fahrschule Heinzel

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Knochenarbeit?
Die Grundausbildung


Jede Ausbildung beginnt mit der Grundstufe. Hier lernt der Schüler, das Fahrzeug zu bedienen. Danach folgen Aufbau- und Leistungsstufe, um den typischen Verkehrssituationen gewachsen zu sein. Zusammen nennt man diese drei Phasen die »Grundausbildung«.

Je nachdem, welche Vorkenntnisse der Schüler mitbringt, kann die Grundstufe unterschiedlich lang dauern. In den daran anschließenden Stufen (Aufbau- und Leistungsstufe) geht es darum, den Verkehr zu beobachten, Verkehrsregeln anzuwenden und Gefahren zu erkennen. Man trainiert das Einparken, Wenden, rückwärts Fahren, Anfahren in Steigungen usw.

Am Ende dieser ersten drei Ausbildungsabschnitte hat der Schüler die Grundausbildung hinter sich gebracht. Er soll das Fahrzeug in allen Geschwindigkeitsbereichen kennen gelernt haben. Auch das Fahren auf schnelleren Strecken und das erste Erfahrungen beim Einfahren in die Autobahn/Kraftfahrstraße gehören unbedingt hierher!
Während der Grundausbildung wird der Fahrlehrer sehr viel erklären. Es ist seine Aufgabe. Er muss je nach Kenntnissen und Fähigkeiten des Schülers mit ihm zu trainieren, bis die genannten Ziele erreicht und eventuelle Fehler im Wesentlichen abgebaut sind. Die Dauer der Grundausbildung hängt sehr stark von der Mitarbeit des Fahrschülers ab. Mit den Verkehrsregeln sollte er sich auch bereits angefreundet haben. Diese Ausbildungsstufen sollen im Wesentlichen abgeschlossen sein, bevor mit den sogenannten Sonderfahrten begonnen wird.

Eine zahlenmäßige Angabe, wie viele Fahrstunden zur Grundausbildung gehören, macht der Gesetzgeber nicht. Die Praxis, aber auch einschlägige Gerichtsurteile zeigen, dass eine Grundausbildung unter ca. 15 Fahrstunden in der Regel jedoch zu kurz ist.
Schauen Sie sich zur Verdeutlichung einmal die folgenden wesentlichen Inhalte der Grundausbildung an. Das vorgeschriebene Pensum in dieser Ausbildungsphase reicht von »Sitzposition« bis »Verhalten in komplizierten Verkehrssituationen«...

Sachgebiete für den
praktischen Unterricht


(Anlage 3 zur Fahrschülerausbildungsordnung)
Fahrtechnische Vorbereitung der Fahrt

  • Überprüfung der Verkehrs- und Betriebssicherheit des Fahrzeugs

  • Sitzposition

  • Einstellen der Spiegel

  • Lenkradhaltung und -führung

  • Anlegen und Lösen des Sicherheitsgurtes

  • Einstellen der Kopfstützen

  • Bedienungseinrichtungen


Verhalten beim Anfahren in der Ebene,
Steigungen und Gefällstrecken

Gangwechsel

  • Umweltschonendes Anpassen der Gänge an Verkehrslage, Straßenzustand und Straßenverlauf

  • Schalten in Steigungen und Gefällstrecken, auch unter Umweltgesichtspunkten

  • Besitzt das Ausbildungsfahrzeug eine automatische Kraftübertragung, so muss der Bewerber mit deren Besonderheiten vertraut gemacht werden.



Fahrbahnbenutzung

  • Verhalten auf Straßen mit einem oder mehreren Fahrstreifen

  • Verhalten an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel


Abbiegen und Fahrstreifenwechsel

  • Abbiegen an Einmündungen und Kreuzungen

  • Abbiegen in Grundstücke

  • Einordnen zum Abbiegen

  • Fahrstreifenwechsel ohne Abbiegevorgang


Rückwärts fahren und Wenden

  • Richtige Körperhaltung während der Rückwärtsfahrt

  • Rückwärts fahren mit und ohne Fahrtrichtungsänderung

  • Wenden

  • Beobachtung des Verkehrsraums, des Verlaufs und der Beschaffenheit der Fahrbahn sowie Beachtung von Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen


Fahrgeschwindigkeit


  • Umweltbewusstes Angleichen der Fahrgeschwindigkeit an Straßen, Verkehrs, Sicht und Wetterverhältnisse

  • Abstand halten vom vorausfahrenden Fahrzeug, auch bei geringer Geschwindigkeit

  • Fahrgeschwindigkeit innerhalb geschlossener Ortschaften

  • Fahrgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften

  • Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen

  • Bremsen in Gefahrsituationen


Autobahnen und Kraftfahrstraßen

  • Einfahren, Ausfahren

  • Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen

Überholen

  • Überholvorgänge sind auch außerhalb geschlossener Ortschaften sowie auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen zu üben

   Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen

•  Ausreichende Beobachtung der kreuzenden Straße und rechtzeitige
    Anpassung der Geschwindigkeit an die Sichtverhältnisse
•  Heranfahren an die bevorrechtigte Straße
•  Einfahren in Vorfahrtstraßen
•  Bremsbereitschaft
•  Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen mit Regelung durch Lichtzeichen
   oder Polizeibeamte
•  Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen mit und ohne Verkehrszeichen
•  Verhalten an Bahnübergängen
•  Verhalten gegenüber Fußgängern und Radfahrern
•  beim Abbiegen
•  beim Geradeausfahren
•  an Fußgängerüberwegen
•  in verkehrsberuhigten Bereichen
•  an Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel

Halten und Parken


  • Halten in Steigungen und in Gefällstrecken

  • Einfahren in eine Parklücke (zwischen hintereinander und nebeneinander stehenden Fahrzeugen)

  • Maßnahmen beim Verlassen des Fahrzeugs

  • Maßnahmen zur Sicherung liegengebliebener Fahrzeuge


Vorausschauendes Fahren


  • Beobachtung anderer Verkehrsteilnehmer

  • Beobachtung des Fahrverhaltens anderer Verkehrsteilnehmer

  • Beobachtung des Verkehrsraums

  • Verhalten in komplizierten Verkehrssituationen

  • Vermeiden risikoreicher Verkehrssituationen


Die Stufe der Sonderfahrten


Nach dem erfolgreichen Abschluss der Grund- Aufbau und Leistungsstufe kann mit den Sonderfahrten begonnen werden. Das setzt also voraus, dass der Schüler das Fahrzeug und die Verkehrsumwelt bereits einigermaßen sicher beherrscht.
Als Sonderfahrten, Sonderstunden oder auch »besondere Fahrstunden« bezeichnet man:
die Überlandfahrten (Bundes- oder Landstraßen) - die Fahrten auf Autobahnen - die Fahrten bei Dämmerung oder Dunkelheit

Warum gibt es die Sonderfahrten?

In den achtziger Jahren hat der Gesetzgeber die Sonderfahrten in der Fahrschulausbildung eingeführt. Die Unfallzahlen der Fahranfänger sind besonders auf Autobahnen, Landstraßen und in den Nachtstunden überdurchschnittlich hoch; dort passieren auch die folgenschwersten Unfälle. Weil Fahrprüfungen früher meistens im Stadtverkehr gefahren wurden, wurde hauptsächlich in der Stadt ausgebildet. Die Situation ist heute anders: Fahrprüfungen sollen nur noch zur Hälfte innerhalb von Ortschaften stattfinden, die andere Hälfte geht über Bundes-, Land- und Kraftfahrstraßen sowie Autobahnen.

Die Sonderfahrten können nicht miteinander kombiniert werden und dürfen erst gegen Ende der Ausbildung durchgeführt werden. So ist es beispielsweise nicht gestattet, eine Autobahnfahrt, die im Dunkeln stattfindet, gleichzeitig als Autobahnfahrt und als Dunkelfahrt anzurechnen. Zwar ist es möglich, die erste Fahrstunde im Dunkeln zu absolvieren. Sie darf nur deshalb aber nicht als Sonderfahrt zählen, denn Sonderfahrten dürfen erst gegen Ende der Ausbildung stattfinden und fordern vom Fahrschüler schon die Beherrschung des Fahrzeugs und des Verkehrs. Die Sonderfahrten sind nicht dazu da, Mängel in der Grundausbildung wegzubügeln oder rückwärts Einparken und ähnliches zu trainieren. Das hat in der übrigen Ausbildung seinen Platz.

Was ist der Unterschied zwischen Sonderfahrten und Pflichtstunden?


Den Begriff »Pflichtstunden« gibt es offiziell gar nicht. Wenn nach Pflichtstunden gefragt wird, steht dahinter meist die Frage »Wie viele Fahrstunden muss ich mindestens nehmen?«. Die Antwort ist nicht ganz einfach. Sonderfahrten sind, wie wir schon festgestellt haben, zusätzliche Fahrstunden. Es müssen also zuvor noch andere Ausbildungsteile stattgefunden haben (richtig: die Fahrstunden der Grundausbildung).

Fahrlehrer werden in der Ausbildung oft mit Aussagen der Schüler konfrontiert: »soundso viele Fahrstunden sind ja nur Pflicht«, aber dabei handelt es sich um ein Missverständnis. Eine Ausbildung, die nur aus den Sonderfahrten besteht, ist unsinnig und rechtswidrig. Zuerst muss gemäß der Fahrschüler-Ausbildungs-Ordnung die Grundausbildung erfolgreich stattfinden. Und die dauert eben so lange, »wie sie dauert«.

Wichtig beim Pkw- und Motorradführerschein:


• Grundausbildung plus mindestens 12 Sonderfahrten sind Pflicht!

Eine nach dieser Formel durchgeführte Minimal-Ausbildung könnte man aber noch nicht als gute Pkw-Schulung bezeichnen, denn sie trainiert weder das abschließende selbstständige Fahren im gemischten Verkehr, noch gibt es irgendwelche Prüfungsvorbereitungen.
Diese Sonderfahrten sind vorgeschrieben:

Korrekterweise muss es heißen: »mindestens vorgeschrieben« , weil je nach Ausbildungsbedarf des einzelnen Schülers der Fahrlehrer auch mehr Übungsstunden verordnen darf bzw. muss. Die Mindestanzahl der Sonderfahrten, die aber in keinem Fall unterschritten werden darf, ist für jede Klasse gesetzlich geregelt (Angaben in Fahrstunden zu 45 Minuten)

 

Klasse

 

Überlandfahrten

 

Autobahnfahrten

 

Dunkelfahrten

A, A1, B

 

5

 

4

 

3

A1 auf A

 

3

 

2

 

1

B auf BE, B auf C1,
C1 auf C, C1 auf C1E

 

3

 

1

 

1

B auf C, C auf CE

 

5

 

2

 

3

C1 und C1E in einer gemeinsamen Ausbildung

 

Solo: 1
Zug: 3

 

Solo: 1
Zug: 1

 

Solo: keine
Zug: 2

C und CE in einer gemeinsamen Ausbildung

 

Solo: 3
Zug: 5

 

Solo: 1
Zug: 2

 

Solo: keine
Zug: 3

Grund- und Sonderfahrten in der Bus-Ausbildung

Für die Bus-Klassen D, DE, D1, D1E gibt es nicht nur Vorschriften für die Sonderfahrten; dort ist sogar die Mindestzahl der Fahrstunden im Bereich Grundausbildung geregelt. Die relativ komplizierten Vorschriften finden Sie in dieser
Tabelle:

Vorbesitz der Klasse

 

Grundausbildung

 

Überland

 

Autobahn

 

Dunkel

C, Dauer des Vorbesitzes
mehr als 2 Jahre

 

D:7
D1: 6

 

D: 8
D1: 4

 

D: 4
D1: 2

 

D: 3
D1: 2

C, Vorbesitz
bis 2 Jahre

 

D: 14
D1: 8

 

D: 16
D1: 8

 

D: 8
D1: 4

 

D: 6
D1: 4

B oder C1, Dauer des Vorbesitzes
mehr als 2 Jahre

 

D: 33
D1: 16

 

D: 12
D1: 8

 

D: 8
D1: 4

 

D: 5
D1: 4

B oder C1, Vorbesitz
bis 2 Jahre

 

D: 45
D1: 41

 

D: 22
D1: 19

 

D: 14
D1: 12

 

D: 8
D1: 7

D1

 

D: 20

 

D: 5

 

D: 5

 

D: 5

D

 

DE: 4

 

DE: 3

 

DE: 1

 

DE: 1

D1

 

D1E: 4

 

D1E: 3

 

D1E: 1

 

D1E: 1

 
 

Fast am Ziel:
Reifestufe und Prüfungsvorbereitung

Nicht für die Schule, sondern für's Leben lernen wir...
(oft zitiertes Lehrer-Zitat)


Die Prüfung ist zwar der bedeutendste Schritt auf dem Weg zum Führerschein, man sollte aber nicht vergessen, dass die Zeit danach noch viel spannender werden kann.

Darum wird der Fahrlehrer das Wort »Prüfung« hoffentlich nicht zu oft erwähnen, sondern, wie es eigentlich gedacht ist, den Schüler auf die Zeit nach der Fahrschule vorbereiten.
In der Schlussphase der Ausbildung kommt das selbständige Fahren zum Tragen. Die Reifestufe unterscheidet sich von der anschließenden Prüfungsvorbereitungsstufe hauptsächlich dadurch, dass zuletzt unter simulierten Prüfungsbedingungen geübt wird. Es soll gezeigt werden, dass man sich in der alltäglichen Verkehrsumwelt ohne Hilfe zurechtfindet. Natürlich wird von einem Anfänger kein perfektes Fahren erwartet, ein sicheres aber schon.

Der Fahrlehrer muss entscheiden, wann der Schüler die nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat, um die Ausbildung abzuschließen. Der Schüler soll ein Gefühl dafür bekommen, ob bzw. wo er noch Schwächen oder Unsicherheiten hat. Ein ganz wichtiger Punkt dabei ist der Umgang mit Stress und Anspannung. Man lernt sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass eine gewisse Nervosität am Tag der Fahrprüfung völlig normal ist, und dass jeder Prüfer das auch weiß. Der Fahrlehrer sollte darum mit dem Schüler üben, wie man sich in »Blackout-Situationen« über Wasser halten kann (das geht!). So etwas könnte in der Probezeit schließlich auch passieren.
In der Reifephase kann der Fahrlehrer eine Art »Checkliste« benutzen, auf der er Fehler ankreuzt und die wahrscheinlich noch benötigten Fahrstunden »errechnet«. Falls möglich, sollte man übrigens möglichst wenigen Leuten von der bevorstehenden Fahrprüfung erzählen. Das senkt den Erfolgsdruck, und man fühlt sich nicht so »beobachtet«.

 
 
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