pruefer - Fahrschule Heinzel

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

pruefer

Sind die Prüfer auch Menschen?

Diese Frage kann man ohne zu zögern mit "JA" beantworten.

 

Aber lauscht man manchmal den Erzählungen von Leuten, die sich über ihre eigene Führerscheinprüfung unterhalten, so bekommt man leicht den Eindruck, dass es sich bei den Sachverständigen (Prüfern) um eine eigene Spezies handelt - vielleicht sogar um Wesen von einem anderen Stern - oder aber um wahre Menschenfresser.

Hört man den Erzählern weiter zu, so sieht man bald nur noch mit Hochachtung zu den Erzählern auf, denn sie haben schier Unmögliches geschafft.

Obwohl ihnen der Prüfer eine Gemeinheit nach der anderen angetan und nur die schwierigsten Manöver abverlangt hatte, waren sie dennoch erfolgreich und haben den Führerschein bekommen. Alle Achtung, kann man da nur sagen; Hut ab.

Nicht selten haben es gerade diese Helden der Großzügigkeit ihrer Prüfer zu verdanken, dass sie jetzt selbst als lizenzierte Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

Prüfer, das sind Menschen wie du und ich. Sie lachen genauso gerne wie wir und sind ebenso traurig wie unsereins, wenn es Anlass dazu gibt. Sie gehen genauso begeistert ins Kino oder zu anderen Veranstaltungen oder setzen sich gerne in den Biergarten, um mit Freunden zu plaudern; denn auch sie haben welche. Und zum Lachen gehen sie nicht in den Keller, wie manche das vermuten würden.

Viele von ihnen besitzen selbst eine Familie mit Kindern, die zum Teil in Eurem Alter sind. Sie wissen deshalb sehr wohl, wie es um Euer Inneres bestellt ist und wünschen nichts inniger, als Euch zu helfen, diese so entscheidende Fahrt so gut und locker wie möglich zu beenden. Es liegt auch in ihrem Interesse, dass es ein angenehmer Tag wird, denn für sie ist ein Prüfungstag längst zur Routine geworden.

Sie sitzen im Hintergrund und müssen mit ansehen, wie beim Starten des Motors beinahe der Zündschlüssel abgerissen wird.
Wie Ihr Euch, ohne einmal kräftig durchzuatmen, die ersten paar hundert Meter dahingequält habt; Euch verzweifelt am Lenkrad festklammert und dabei alles überseht, was es so zu erfassen gibt.
Er sitzt da hinten und beobachtet bei jeder Prüfungsfahrt die verzweifelten Versuche seiner Prüflinge, ihre Angst zu besiegen.

"Darf ich es nicht noch mal probieren? - schluchts"

Es bleibt ihm unverständlich, warum Ihr einen solchen Horror vor ihm habt, obwohl er doch alles getan hat, um ein angenehmes Klima zu schaffen.

Wie gerne würde er ver suchen, Euch zu beruhigen. Aber leider hat er in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung gemacht, dass er mit besänftigenden Worten allzu oft genau das Gegenteil bewirkt. Dass er ausgerechnet dann, wenn er versucht hatte, beruhigend auf die Prüflinge einzuwirken, er damit den größten Schaden angerichtet hatte.

Manche Schüler scheinen dann während der gesamten Fahrt jeden Moment einzunicken, nur weil er anfangs sagt:
"Fahren sie ruhig zu Beginn etwas langsamer als sonst, bis sie sich einigermaßen gefangen haben." Viele haben dann das Gefühl, wer so nett auf sie eingeht, kann bestimmt kein strenger Prüfer sein. Sie fuhren daraufhin unbewusst so schlampig wie nie zuvor.

"Es tut mir leid, aber es hat noch nicht gelangt..!"

Alle Sachverständigen mussten irgendwann solch' negative Auswüchse ihrer Bemühungen erleben, deshalb versuchen sie so neutral wie irgend möglich zu erscheinen und zu sein. Sie haben ein viel besseres Gefühl, wenn ein Prüfungskandidat locker und selbstbewusst zu Werke geht; ihre verkrampfte Haltung entspannt sich dann augenblicklich.

Ja, auch die Prüfer sind oftmals verkrampft. Die Spannungen, denen Ihr ausgesetzt seid, übertragen sich auf die Mitfahrer, genauso wie Ihr es später erleben werdet, wenn Ihr passiv bei anderen im Auto sitzt. Ihr bekommt ebenfalls feuchte Hände, wenn Ihr spürt, wie die Unsicherheit des Fahrers auf Euch überspringt. Es macht dann auch Euch keinen Spaß, ständig die Handflächen am Hosenbein abtrocknen zu müssen.

Denkt also immer daran, der Prüfer möchte Euch gerne unterstützen, und er tut das, indem er versucht, sich vollkommen neutral zu verhalten. Sollte er Euch gegenüber etwas wortkarg wirken, dann hat das absolut nichts damit zu tun, dass ihr ihm unsympathisch seid, oder dass ihn irgendetwas an Eurem Erscheinungsbild stört. Mittlerweile kann man auch guten Gewissens behaupten, dass sich alle Prüfer auf dem gleichen Niveau bewegen und dass besondere individuelle Marotten, mit denen Sachverständige in grauer Vorzeit ihre Prüflinge peinigten, fast ausgestorben sind.

Damals badeten sich einige in dem Gefühl, dass sie zu den Auserwählten zählten und verhielten sich leider auch danach. Sie empfanden sich selbst als etwas ganz Besonderes und kamen nicht selten mit der Macht, die man ihnen übertragen hatte, nicht zurecht. Sie wussten einfach nicht, ob sie neben dem lieben Gott stehen, oder vielleicht besser auf dessen Stuhl sitzen sollten.

Heutzutage ist das ganz etwas anderes. Prüfen ist zu einem Job geworden wie jeder andere auch. Der Prüfer hat weder einen Vor- noch Nachteil, wenn er den Führerschein einbehält. Eher noch macht es sich für ihn nachteilig bemerkbar, denn er hat dann mehr Arbeit, mehr Papierkram zu erledigen. Schon aus diesem Grunde gibt er das begehrte Scheinchen lieber her, als dass er es wieder mitnimmt. Man sollte aber auch Verständnis dafür haben, dass er ihn beim besten Willen nicht überreichen kann, wenn er noch zu sehr um Eure und die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer fürchten muss. Zeigen wir ihm also eine ordentliche, selbstbewusste und ausgewogene Fahrt, dann kann der Prüfer heißen oder aussehen wie er will, er wird uns gerne den Führerschein aushändigen.

Fahrlehrer und Prüfer unterhalten sich oft miteinander. Sie reden dann über alles Mögliche und unmögliche; zum Beispiel quatschen sie über Sport, Politik, den letzten Biergartenbesuch und über alles, was gerade ansteht. Das machen sie nicht nur, um eine lockere Atmosphäre für den Fahrschüler zu schaffen, nein, sie tun das auch im eigenen Interesse. So ein Prüfungstag soll schließlich für alle ein angenehmer Arbeitstag werden. Für Euch ist es aber trotzdem entscheidend zu wissen, auch wenn die beiden neben und hinter Euch noch so gut und angeregt miteinander plaudern, ihrer Aufmerksamkeit entgeht dabei nichts.

Ein gutes Zeichen ist es immerhin, wenn sich Fahrlehrer und Prüfer gut verstehen, denn ein angenehmes Verhältnis zwischen den beiden muss ja nicht gerade einen Nachteil für die Prüflinge bedeuten.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü