pruefungnichtbestanden - Fahrschule Heinzel

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Nach einer nicht bestandenen Prüfung!?

Vielleicht musst Du Dir nun den Vorwurf machen, bei Deiner Ausbildung zu oberflächlich vorgegangen zu sein. Noch schlimmer ist es, wenn der Fahrlehrer Dich nur auf Dein Drängen hin zur Prüfung angemeldet hat und nicht etwa, weil er von Deinem Können überzeugt gewesen wäre.
Dann musst Du Dich über den negativen Ausgang der Prüfung nicht wundern.

Ich hoffe, Du zählst nicht zu jenen Fahrschülern, die erst einmal durch die Prüfung fallen müssen, bevor man beginnen kann, vernünftig mit ihnen zu arbeiten.
Immer wieder gibt es solche Spezialisten, die das vom Fahrlehrer so oft Vorgebetete erst dann glauben, nachdem sie es auch einmal vom Prüfer zu hören bekamen.

Ich habe nicht zuletzt deshalb diese Seite verfasst, um Euch vor einem solchen Ausgang der Prüfung zu bewahren.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich als Achtzehnjähriger dachte und fühlte. Auch ich hatte nicht selten das Gefühl, dass es sich bei den Lehrern um besondere Wichtigtuer handelte, die alle ihr Spezialfach für das unverzichtbarste hielten. Diese dümmliche Ansicht hat jedoch meine Entwicklung ständig behindert, kapiert habe ich das aber erst viel später. Sicher werden jetzt unter Euch einige sein, die das alles für überflüssiges bla bla halten, weil sie längst verstanden haben, wo es lang geht.
Ich wollte dies auch nur der Vollständigkeit halber angesprochen haben.

Denn oft wird es einem verübelt, wenn man Dinge, die man für selbstverständlich hält, nicht anspricht, weil man sich einfach zu sicher war, dass jeder sie bereits wissen müsste. Ich habe meine Lehre daraus gezogen und später am besten und am meisten von Leuten gelernt, die sich lange und intensiv mit einer Sache beschäftigt und auseinandergesetzt hatten. Allein ihr Erfahrungsschatz ist Gold wert. Es galt nur noch, ihn für mich auszuwerten und entsprechend anzuwenden.

Erst als ich diese Betrachtungsweise angenommen hatte, konnte es auch mit mir und meiner Persönlichkeitsbildung besser werden. Dadurch, daß sich hierzulande viele als Experten hinter dem Steuer fühlen, sobald sie das erste Mal geradeaus fahren können, ist es nicht weiter verwunderlich, wenn man als Fahrlehrer häufig auf taube Ohren stößt. Noch nie habe ich einen Führerscheininhaber erlebt, der zugegeben hätte, ein miserabler Autofahrer zu sein. Erzähle einem von den ausserehelichen Eskapaden seiner Frau; es berührt ihn nicht weiter.
Wehe aber, Du erdreistest Dich, ihn zu einem schlechten Autofahrer zu erklären, dann kannst Du erfahren, dass es sehr wohl eine Vielzahl hysterischer Männer gibt.

Vor vielen Jahren wurde mir eine Freundschaft aufgekündigt, weil ich darum bat, mich vorzeitig aussteigen zu lassen, da ich lieber zu Fuss gehen wollte, als weiter mitzufahren.
Ein halbes Jahr hat deshalb mein damaliger Kumpel kein Wort mit mir gewechselt.

Er war unversöhnlich beleidigt, denn ich hatte als idiotisch bezeichnet, was in seinen Augen perfektes Autofahren darstellte. Nun, wenigstens hatte diese aufgekündigte Freundschaft den Vorteil, dass ich in dieser Zeit nicht mehr mit ihm mitfahren musste.

Als Fahrschüler will man nicht gerne einsehen, warum denn immer wieder so kompliziert gefahren werden muss; es geht doch auch viel salopper. Schliesslich wird uns von allen Seiten, nicht nur von den Eltern und Geschwistern, demonstriert, dass es auch anders geht, ohne dass man gleich Schaden nehmen muss.

Wenn uns bewusst wird, dass von dem, was wir in der Vergangenheit gelernt haben, nur ein Teil im Gedächtnis bleibt, so verstehen wir leichter, dass es unseren Angehörigen und Freunden schliesslich ebenso ergehen musste. Wenn sie Euch vielleicht auch noch nahezulegen versuchen, dies oder das sei auf ihre Weise ebenso effektiv gelöst, so haltet ihnen zugute, dass sie ebenfalls einmal den Beweis antraten, sich korrekt im Strassenverkehr bewegen zu können. Sie haben das eine oder andere aus Bequemlichkeit ein wenig abgewandelt, und sind sich keinesfalls bewusst, sich dadurch immer weiter von der vorgeschriebenen Linie zu entfernen. Ihr aber müsst mit ansehen, dass es auch möglich ist, auf diese Weise sicher und ohne materiellen Defekt vorwärts zu kommen, und sperrt Euch deshalb unbewusst gegen Verhaltensregeln, die Euch als zu umständlich erscheinen, leider aber unbedingt notwendig sind.

Es gibt nun mal eine Strassenverkehrsordnung, deren korrekte Beachtung erlernt werden muss. Wenn Ihr dann den Beweis angetreten habt, in der Lage zu sein, das Erlernte anzuwenden, dürft Ihr Euch alleine loswagen - und alles wieder vergessen; was leider auch immer wieder geschieht - was ich in den Nachschulungskursen leider feststellen darf. Im Prüfungsstress drängen Verhaltensweisen in den Vordergrund, die wir beim Mitfahren wie ein Schwamm aufgesogen haben. Es ist deshalb unerhört wichtig, in den nun folgenden Fahrstunden ganz gezielt dagegen anzugehen.

 

Macht Euch frei von allen Gedanken, die Euch bei der Ausbildung behindert haben und öffnet Euch für die Empfehlungen des Fahrlehrers, denn nur er weiss, was verlangt wird und was beherrscht werden muss, um ein umsichtiger Autofahrer zu werden, und eine erfolgreiche Führerscheinprüfung absolvieren zu können.

Anders liegt es, wenn Du ehrgeizig und diszipliniert auf Dein Ziel
hingearbeitet hast.

Wenn Du erkannt hast, worauf es ankommt und wenn Du deinem Fahrlehrer durch Deine Mitarbeit Freude bereitet hast.

Dann kann es eigentlich nur noch daran gelegen haben, dass Du deine Nervosität nicht in den Griff bekommen konntest, dadurch Dein Gesichtsfeld zu sehr eingeengt war und Du nur deswegen das Eine oder Andere übersehen hast.

Es gibt keinen Grund, jetzt in Depression zu verfallen. So wie Dir ist es vielen der besten Autofahrer ergangen, mit denen wir es heute auf unseren Straßen zu tun haben.
Es hat absolut nichts mit Deinen sonstigen Qualitäten als Mensch zu tun, und nur ein Narr würde jetzt darauf schliessen, daß mit Dir nicht viel los ist.

Leider ist die Gewohnheit, andere Menschen lediglich an ihren Fahrkünsten zu messen, zu verbreitet, als dass man sich völlig davon freimachen könnte. Für Dich ist es nun von Nutzen, die erfolglose Fahrt mit dem Fahrlehrer zu analysieren und in den nächsten Fahrstunden dort anzusetzen, wo noch Unsicherheiten aufgetreten sind.

Man bewältigt unter Stress nur diejenigen Situationen oder Manöver nicht, bei denen man vor der Prüfung ohnehin noch Schwierigkeiten hatte.
Der Fahrlehrer nimmt mit Dir gerne auch noch diese letzten Hürden und der Katzenjammer, der Dich heute so plagt, ist morgen wieder vergessen.

Vielleicht musst Du jetzt auch nur noch das Vertrauen in dein eigenes Leistungsvermögen und Können gewinnen.
Und das, sei mal ehrlich, sollte doch kein Problem für Dich sein. Mangelt es dir lediglich am nötigen Selbstbewusstsein, so lass Dir sagen, dass man auch das trainieren kann. Fehlendes Selbstvertrauen kann allein schon dadurch aufgebessert werden, dass man es sich einredet - immer und immer wieder. Ich selbst habe es mir in jungen Jahren auf diese Weise Schritt für Schritt erkämpft.

Durch sicheres Auftreten kann man Ängste überspielen und manchmal sogar überwinden.
Es ist eine ganz besondere Waffe, speziell auch bei Führerscheinprüfungen.
Dieses neue Selbstbewusstsein hilft Dir, während Deiner nächsten Prüfung so zu fahren, wie Du es für richtig hältst. Denk bei Deiner Fahrt nicht an den Prüfer.

Grüble nicht darüber nach, wie der da hinten das jetzt wohl gerne sehen oder wie er dies oder jenes Manöver am liebsten ausgeführt haben würde.
Dein Fahrlehrer hat Dir beigebracht, Dich vernünftig und den Vorschriften entsprechend im Verkehr zu bewegen.
Wenn Du also eine Entscheidung, für die leider nie viel Zeit bleibt, einmal getroffen hast, dann führe sie auch konsequent und ohne zu zögern durch.

In den meisten Fällen verhält es sich doch so, dass es nicht nur eine richtige Lösung für eine Situation gibt. Du musst ein gutes Gefühl bei Deinen Entschlüssen haben, dann hat es auch der Prüfer; das verspreche ich Dir. Lasst Euch bei euren Entscheidungen auch keinesfalls von anderen Spuren auf der Fahrbahn beeinflussen.

Ein Kollege klagte mir eines Tages sein Leid.
Dabei sind bei einem Prüfungstermin neun von zehn Fahrschülern in einer Einbahnstraße zum Linksabbiegen den schon vorhandenen Spuren im Schnee gefolgt. Lediglich der letzte von ihnen hatte sich beim Einordnen in die dünne Neuschneeschicht gewagt und sich so weit wie möglich nach links eingereiht, wie es die Strassenverkehrsordnung in diesem Fall vorsieht. Das gleiche gilt für alle Fahrzeuge, die während der Prüfung vorausfahren.

Im Unterbewusstsein schleicht sich möglicherweise wieder der Gedanke ein, dass das richtig sein muss, was uns da vorgefahren wird, denn der da vorne hat ja bereits den Führerschein. Nur wenn das, was andere vormachen, wirklich Eurer kritischen Beurteilung standhält, könnt Ihr es getrost übernehmen.

Einer meiner Fahrschülerinnen ist es so ergangen.
Sie ist absolut perfekt gefahren bis zu dem Zeitpunkt, da uns ein anderer etwa hundert Meter vor einem Stopschild überholte. Sie fuhr dann ohne anzuhalten weiter, genauso, wie es uns von dem Ignoranten vorpraktiziert worden war. Danach hätte sie sich am liebsten sonstwohin gebissen.

Es ist nun also passiert, unsere Prüfung ist in die Hosen gegangen, was soll's.
Sich jetzt sinnlos zu besaufen oder gleich aufzuhängen ändert nichts daran. Wir müssen aus dieser Misere unsere positiven Schlüsse ziehen und das, was zu einem erfolgreichen Abschluss noch fehlt, komplettieren.

Die Mängel, die aufgetreten sind, können wir nun gezielt abstellen. Euer Fahrlehrer hilft euch dabei, er weiß am besten, woran noch gefeilt werden muss.


 
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